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Text von Seite 5

3. Juni
Ich sitze am Schreibtisch, und es juckt an meiner Brust. Ich kratze mich und fühle dabei eine kleine Verdickung. Ich denke, es ist ein Stückchen Spitze von meinem Unterhemd, fühle aber noch einmal hin. Es ist nicht die Spitze, es ist ein kirschkerngroßer Knoten in der rechten Brust. Mich durchzuckt ein Schreck. Ich versuche, mich zu beruhigen, will ja nicht hysterisch sein. Ich beobachte den Knoten drei Wochen lang, um heraus zu bekommen, ob er sich im Laufe meines Zyklus verändert. Er verändert sich nicht, ist immer da, mal mehr, mal weniger deutlich spürbar. Ich vereinbare einen Termin mit meiner Gynäkologin.

6. Juli
Gehe zur Untersuchung. Frau Dr. M. tastet den Knoten, macht eine Sonographie1 und beruhigt mich: das sei absolut harmlos, nur ein kleines Fibrom2, jede zweite Frau in meinem Alter habe so etwas, ich brauche mir überhaupt keine Sorgen zu machen. Welch ein Glück, ich bin erleichtert und schäme mich sogar ein bisschen, dass ich mich so aufgeregt habe. Ich vergesse den Knoten, nur ab und zu spüre ich ihn beim Duschen oder Eincremen.

29. November
Gynäkologische Routineuntersuchung. Ich frage Frau Dr. M. so ganz nebenbei, was denn mit dem Fibrom sei, ob das so bleibe oder auch mal wieder verschwinde. Sie tastet es noch einmal ab, macht wieder eine Sonographie und betont erneut, dass alles in Ordnung sei. Um den Verlauf besser beobachten zu können, empfiehlt sie mir aber eine Mammographie3.
 

1 = Ultraschalluntersuchung
2 = gutartige Bindegewebsgeschwulst
3 = Röntgendiagnostische Untersuchung der Brust

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